Inklusion

Inklusion ist in aller Munde

Sachlich geht es dabei selten zu. Die Debatte über Inklusion zeigt aber, dass das Thema einen immer größeren Stellenwert bekommt, aber auch, wie wichtig Aufklärung und Erklärung des Begriffs und der Idee ist.

Inklusion bedeutet erstmal einfach nur „Teilhabe“. Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, an allen Bereichen, also Arbeit, Freizeit, Bildung, Familie und politischen Prozessen. Die Teilhabe darf dabei nicht aufgrund von stereotypen Merkmalen verhindert werden. Dazu zählt natürlich nicht nur Behinderung, wenn auch klar ist, dass behinderte Menschen aufgrund des Bildes, was über sie immer noch oft vermittelt wird, die Teilhabe besonders oft verwehrt wird.

Teilhabe sollte dadurch ermöglicht werden, dass das Umfeld und die Umwelt so gestaltet werden, dass Barrieren beseitigt werden. Dies ist ein radikaler Unterschied zu dem Ansatz, dass sich der Mensch selbst zunächst verändern muss – was er gar nicht kann, wenn es um sexuelle Orientierung, Behinderung, Geschlecht oder Herkunft geht. Zumeist sind diese Barrieren technische, sprachliche oder zwischenmenschliche.

Die Idee der Inklusion betrifft uns alle

Warum? Erstens, weil jede und jeder schneller, als er oder sie es ahnt, in eine Lage kommen kann, in der Ausgrenzung zum traurigen Alltag wird. Zweitens, weil wir uns von einer Gesellschaft der Kategorien und einfachen Aufteilung längst entfernt haben. Begriffe wie Arbeiterklasse, Bürgertum, konservativ oder alternativ sind längst durch kleinteilige Subkulturen abgelöst, die fast immer auch noch gemeinsame Schnittpunkte haben. Drittens wird es durch den demografischen Wandel immer mehr alte Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund geben. Sie sind keine Minderheiten mehr, sondern bilden einen großen und wichtigen Teil der Gesellschaft ab, der gehört werden will, gehört werden muss.

Inklusion ist mehr

Inklusion ist auch vielmehr, als „nur“ Kinder mit und ohne Behinderung das gemeinsame Lernen zu ermöglichen, Inklusion ist die Forderung und Formulierung einer Idee nach einem gesellschaftlichen Paradigmenwechsel. Inklusion funktioniert nur, wenn das absolute Leistungsprinzip überdacht wird, wenn menschliche Werte vor machtpolitischen Interessen wieder mehr in den Vordergrund rücken, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse vor wirtschaftlichen und kirchlichen Dogmen stehen, wenn mehr miteinander, nicht übereinander geredet wird, Machstrukturen aufgebrochen werden und eine Öffnung in Richtung neuer gesellschaftlicher Utopien stattfindet, sprich: wenn die Gesellschaft sich radikal verändert.

Deshalb ist Inklusion ein langer, schwieriger und dynamischer Prozess. Wir befinden uns am Anfang des Weges, aber wir haben ihn endlich beschritten. Gegenseitiges Verständnis, im Sinne des Verstehens, nicht des Wegschauens, ist die Grundlage, um den Weg gemeinsam zu gehen.



Mehr zum Thema Inklusion

zu den Indiwi-Videos zu den Indiwi-Fakten zu den Indiwi-Grundsätzen